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Style Guide | 02 Dezember 2016

Gucci: Power Player

Das italienische Prestige-Label ist prädestiniert, Mode furchtlos und auf seine ganz eigene Art zu interpretieren. Von Tom Ford’s lasziver Ästhetik bis hin zu Alessandro Michele’s hinreißenden Kollektionen, wir werfen einen Blick zurück in die Geschichte und auf die Wiederbelebung des globalen Fashion-Giganten.

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Eine italienische Mode-Institution
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Das Model Veruschka trägt Gucci für Vogue in der Villa Borghese in Rom, 1971

Als eines der größten Labels im Pantheon der italienischen Mode, wurde Gucci erstmals 1921 als Lederwarenhersteller gegründet. Das Unternehmen erweiterte sein Sortiment schon bald mit Accessoires und Ready-to-wear-Linien, womit es die Ära, der ikonischen Elemente einleitete. Zwischen den 1930er und 1950er Jahren schuf Gucci die vergoldeten Trensen, die ikonischen und sich später zum Distinktionsmerkmal entwickelnden roten und grünen Streifen sowie die einzigartigen Bambus-Griffe. Als Tom Ford 1994 die kreativen Zügel übernahm, sorgte er für eine radikale Neuausrichtung des Labels, die provokant und unverschämt sexy war und eine Bandbreite neuer Looks aus Stilettos, schräg geschnittenen Kleidern, tiefen Dekolletees, schlanken Silhouetten und Lederakzenten etablierte.

Das Aufkommen des Porno-Chics machten Ford und seine gute Freundin Carine Roitfeld, die damalige Chefredakteurin der Vogue Paris sich zu eigen, indem sie mehrere skandalös-obszöne Kampagnen entwickelten. Mit einer Identität verankert in Opulenz, Kühnheit und Provokation, wurde die Gucci-Silhouette zu einem der ikonischen Mode-Looks der 1990er und 2000er Jahre.

Ein spektakuläres Revival
Lou Doillon von Kopf bis Fuß in Gucci auf der Mailänder Modewoche

Im Januar 2015 wurde Alessandro Michele, der ursprünglich von Ford für die Kreation der Accessoire-Linien beauftragt wurde, zum Creative Director des Labels ernannt. In nur fünf Tagen stellte er seine erste Menswear-Kollektion zusammen, die tonangebend für den neuen Gucci-Look sein würde. Spitze, Samt, Ascot-Krawatten und Pastellfarben bildeten einen androgynen Look, dem Retro-Einflüsse nicht verschont blieben. Seine Damenkollektion war eine aufwändige Kombination aus Drucken, Brokat, Pailletten, und kräftigen Farben, die nicht nur die Mode-Welt völlig aus dem Häuschen brachte, sondern vor allem den Umsatz des Labels explodieren ließ.
Ob Garten Eden, das imperiale China oder surrealistische Gemälde; Alessandro Michele greift in puncto Inspiration stets auf einen reichen und eklektischen Referenz-Pool zurück, der seine Kollektionen mit einer bis dahin unerschlossenen, historischen Dimension bereichert. Als Fan von Visconti und historischen Kostümen verwandelt er seine detailgetreuen und präzisen Schnitte in Figuren, die auf der Straße skateboarden, durch Shopping-Zentren rennen und in italienischen Villen tanzen. Eine neue Interpretation, die eine opulente Renaissance des Labels einleitet.

Bestseller neu erfinden
Princetown Loafers und Dionysus Tasche von Alessandro Michele

Der rote und grüne Streifen, die vergoldeten Trensen, das Diamanten-Monogramm, der Bambus-Griff und zuletzt die Biene (aus der exotischen Menagerie des Alessandro Micheles) wurden als Markenzeichen des Labels wiederhergestellt und tummeln sich unangefochten auf der modischen Bestsellerliste. Die Dionysus-Tasche, die Ace-Turnschuhe und die Princetown-Slipper sind einige der begehrtesten und am meisten fotografierten Artikel der vergangenen Saisons. Diese kühne neue Version von klassischem Design ist gleichzeitig eine Hommage an das Markenerbe und katapultiert Gucci an die Spitze der zeitgenössischen Mode.

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