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Dior: eine französische Erfolgsgeschichte
Im Olymp der Luxusmarken hat es das französische Traditionshaus bis nach ganz oben geschafft. Anlässlich der aktuellen Ausstellung „Christian Dior, Modeschöpfer der Träume” im Pariser Musée des Arts Décoratifs werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Hauses. Von der Gründung bis zu namenhaften Designern wie Yves Saint Laurent und Maria Grazia Chiuri.
<meta itemprop="datePublished" content="2017-12-18T16:36:07+01:00">Ein neuer Look
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Die Geschichte beginnt im Jahr 1946, als Christian Dior mit der finanziellen Unterstützung des Industriellen Marcel Boussac seine erste Boutique in der Avenue Montaigne in Paris eröffnet. Der frühere Galerist, Illustrator und Modellzeichner weiß zu begeistern und schon ein Jahr nach Eröffnung präsentiert Dior seine erste Kollektion. Diese wird zu einem echten Ereignis und bildet einen radikalen Kontrast zur Mode der Vorkriegszeit: taillierte Schnitte, angehobene Brust, betonte Hüften. Carmel Snow, die berühmte Herausgeberin der Harper's Bazaar, bezeichnet es als Anbruch des „New Look”.
Christian Dior möchte Frauen zur Zeit der Rezession ihre Träume zurückgeben und macht dank seiner unkonventionellen Entwürfe Mode wieder salonfähig. Seine Kleider benötigen weniger als 30 Meter Stoff und sorgen in dem vom Krieg gekennzeichneten Frankreich für Furore. Schon während seiner Ausbildung bei dem Couturier Lucien Lelong lernte er, seine Ideen zu verfolgen, ohne an morgen zu denken. Seinen kreativen Wagemut behält der Designer fortan bei.
Die größten Designer unserer Zeit
Kurz vor seinem Tod findet Christian Dior 1955 den perfekten Nachfolger für sein Label. Mit Yves Saint Laurent als Chefdesigner beweist er erneut das richtige Gespür. In dem jungen Designer sieht er das nötige Potenzial, um Dior in seinem Sinne weiterleben zu lassen. Die erste Kollektion für Dior von Saint Laurent namens „Trapèze” wird im Jahr 1957 von Kunden und Fachpresse als Erfolg gefeiert.
Seitdem haben es von Marc Bohan über John Galliano bis Raf Simons alle Designer, die an der Spitze des Hauses standen, geschafft, die Marke mit dem aktuellen Zeitgeist zu verbinden und weiterzuentwickeln, ohne dabei die DNA des Hauses aus dem Auge zu verlieren.
Marc Bohan schenkte der Dior-Frau eine fließende Silhouette, versetzte die Taille der Kleider nach unten und betonte die Rundungen des Körpers. Der italienische Designer Gianfranco Ferre wiederum dramatisierte die Schnittformen und scheute sich in der ersten Hälfte der 90er Jahre nicht, auf üppige Formen zu setzen. Im Jahr 1996, acht Jahre nach der Übernahme des Hauses durch die LVMH-Gruppe, wurde der Engländer John Galliano zum künstlerischen Leiter ernannt. Dies ist der Beginn der kommerziellen Hochphase von Dior. Bis zur dramatischen Entlassung des Designers vervierfachte die Marke ihren Umsatz. Galliano hat die französische Marke mit spektakulären Modenschauen und Kollektionen, die sowohl durch Illustrationen aus den Archiven des Hauses als auch durch die britische Literatur, Piraten-Mythologie oder das viktorianische Zeitalter beeinflusst waren, wieder in den Mode-Olymp geführt. Im Jahr 2012 trat der belgische Designer Raf Simons seine Nachfolge an, der Dior in gut vier Jahren einen modernen Wind einhauchte.
Eine neue Ära
Im Jahr 2016 verlässt die italienische Designerin Maria Grazia Chiuri das Haus Valentino, um die erste Frau an der Spitze von Dior zu werden. Ihre erste Prêt-à-Porter-Kollektion vermischt historische Referenzen, Archive des Hauses, dezente Anspielungen auf den Charakter von Christian Dior – so präsentiert sie beispielsweise Kleider, die mit verschiedenen Tarotkarten bestickt sind, die der Modeschöpfer besonders mochte – sowie moderne Stücke wie ein weißes T-Shirt mit dem aufgedruckten Satz „We should all be feminists“. Die Ausrichtung ist klar. Dior unter der Leitung von Maria Grazia Chiuri stellt die Frau wieder in den Mittelpunkt der Kreation, so wie es der Gründer des Hauses gewollt hätte. Sie zögert nicht, die Bestseller des Hauses neu zu interpretieren, wie die Handtasche Lady Dior in einer Nieten-Version oder indem sie die Tote Bag Oblique mit dem alten Monogramm von John Galliano versieht, das dieser bei seiner berühmten Tasche Saddle verwendete, einem der größten Erfolge des Hauses.
Noch bis zum 07. Januar 2018 präsentiert das Musée des Arts Décoratifs in Paris die Ausstellung „Christian Dior, Modeschöpfer der Träume”. Sie attestiert den unglaublichen Reichtum der Archive des Hauses, von seiner Gründung bis heute. Anhand einer Vielzahl an ausgestellten Modellen, aus allen Epochen der Marke, wächst das Gefühl einer beeindruckenden Linearität. Das „New Look”-Kleid und das Bar-Kostüm zeugen von der Omnipräsenz Christian Diors in einem Hause, das er gleichwohl nur zehn Jahre leitete, das die Bewährungsprobe der Zeit mit Bravour gemeistert hat, sich von einem der größten Skandale in der Geschichte der Mode erholt hat und eine Geschichte fortschreibt, von der man gerne glaubt, dass sie ewig so weitergehen wird.